Abreise von Riverside-Albert und Fahrt nach New Haven

9.8.2017 Riverside-Albert Tag 5  und Fahrt nach New Haven/ Nova Scotia Tag 1
Ein letztes Frühstück in Riverside-Albert, wo wir noch Gail und Jim aus Ottawa kennenlernen – sie arbeitet bei der Kulturbehörde, er ist Ingenieur – sie sind inzwischen schon das dritte Paar aus Ottawa, das uns auf unserer Reise begegnet. Dann sagen wir Tschüss zu Brigitte und Philippe, zu der Familie mit dem Baby, zu Berner Sennenhund, Königspudel und Neufundländermischung und zu Dominik und Annie.

Es war total schön bei euch! Danke für eure herzliche Gastfreundschaft, und maybe, see you in Hamburg. Über 600 Kilometer liegen vor uns. Mit 110 Stundenkilometer geht es stetig voran. Zuerst fährt Dieter, dann ich. Hinter Aulds Cave, kurz vor dem Damm über die Strait of Canso bei Port Hawkesbury, machen wir in einem Motel mit Blick auf die St. George Bay Mittagspause. 2017-08-09_kanadaWir essen beide einen mit Rotbarsch und Gemüse gefüllten Wrap, dann geht es weiter. Nach etwa 70 Kilometern erreichen wir den Cabot Trail, die 300 Kilometer lange Panoramaringstraße um die Kap-Breton-Insel von Nova Scotia.

Von Kilometer zu Kilometer wird es schöner. Rechts der Atlantik, links kleine oder größere Holzhäuser, weiß, gelb, blau, ab und zu ein Restaurant – selbstverständlich steht Lobster auf der Speisekarte – und zum Kauf von Handwerkskunst der Region wird eingeladen.Was sich dahinter verbirgt, werden wir wohl in den nächsten Tagen in Erfahrung bringen. Um kurz nach sieben kommen wir in unserer neuen Unterkunft in New Haven an. Es ist bezaubernd hier: ein kleiner Fischerhafen direkt vor der Tür, dahinter der Strand und unsere Gastgeberin, Joanne, ungefähr in unserem Alter, zeigt uns nach einer herzlichen Begrüßung sogleich ihr Haus, in dem schon ihre Urgroßeltern gewohnt haben und unser Zimmer. Das Haus ist top renoviert, innen in einem hellen, freundlichen Gelb gestrichen, die Decken weiß und voller Sammlergegenstände aus uralten Zeiten.


Joanne verbringt schon seit zwanzig Jahren die Sommermonate hier, macht dann von hier aus für eine – vielleicht auch ihre eigene – Firma in Alberta die Buchführung, praktiziert, ähnlich wie wir Yoga und sagt, dass wir uns in der Küche einfach nehmen sollen, was wir brauchen. Wir wollen erst einmal rüber, zum Leuchtturm und zu dem kleinen Restaurant, wo wir vielleicht noch etwas essen und trinken können.


Das ist ja unfassbar schön hier! Die Abendsonne taucht alles in ein romantisches Licht, da stört es eigentlich gar nicht, dass das Lokal leider heute wegen eines defekten Küchengerätes geschlossen hat. Wir lassen uns auf die bunten Holzbänke fallen, genießen den Sonnenuntergang am Meer und beschließen, an dieser Stelle morgen früh Yoga zu machen.

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Riverside-Albert Tag 4

8.8.2017 Riverside-Albert Tag 4
Wir wussten, dass es heute regnen würde. Beim Frühstück ist es grau und bewölkt und deutlich kühler als gestern. Gegen halb zwölf brechen wir auf zum Fundy Trail Park. Dort soll man unter anderem mit dem Auto 13 Kilometer lang von einem Aussichtspunkt zum nächsten fahren können. Wir bezahlen 8,50 CAD pro Person und sind drin. Trotz leichten Nieselregens können wir weit über die Fundy Bay blicken. Es ist ziemlich leer hier an einem ganz normalen Dienstag. Ob das wohl immer so ist? Dieter meint, dass es bei Sonnenschein und am Wochenende hier boomen würde. Na hoffentlich! Es ist schließlich eine großartige Idee, allen Menschen einen Zugang zu ansonsten unberührter Natur mit grandiosen Ausblicken, häufig sogar barrierefrei, zu ermöglichen. Wir halten an den Grabstätten der ersten Siedlerfamilien aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die es hier mit dem Bau von Schiffen zu Wohlstand gebracht haben. Schön, dass auch die Frauen hier alt geworden sind und geehrt werden! Im Informationszentrum des Parks, der im übrigen nicht zum Fundy Nationalpark gehört (deshalb auch die Eintrittsgebühren), werden wir freudigst begrüßt und gefragt, wo wir denn herkämen. Als wir Deutschland sagen, staunen sie. “From so far away!”

Wir haben bisher tatsächlich erst eine deutsche Familie gesehen, bei den Hopewell Rocks, wir sind hier also eine besondere Spezie. Wir werden sogleich eingeladen, uns einen Videofilm über den Park anzuschauen. Mit vier anderen Touris lassen wir uns das, was wir vor der Tür live sehen, noch einmal als Film mit Musik unterlegt, vorführen. Auf dem Trail gibt es etwa zehn ausgewiesene Viewpoints. Wir machen Halt am “Long Beach”, einem schönen Strand, an dem überdachte und freistehende Picknicktische zum Verweilen einladen. Doch heute herrscht eine gähnende Leere.

Am Ende des Trails gibt es einen Fußweg von etwa 700 Metern zu einem Wasserfall. Den wollen wir nehmen. Es geht allerdings gleich steil abwärts, der Regen hat zugenommen, die Gefahr, dass wir ausrutschen, ist zu groß. Wir lassen es. Gegen halb fünf verlassen wir den Fundy Trail Park, passieren noch einmal den kleinen, beschaulichen Hafen von Saint Martins mit seinem dazugehörenden einladenden Lobsterrestaurant, widerstehen der Versuchung, dort einzukehren und fahren stattdessen die 60 Kilometer nach Saint John weiter, Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum von Brunswick, mit etwa 125000 Einwohnern. Morgen wird Marcel von hier aus nach Toronto fliegen und allein weiterreisen. Gleich zu Beginn kommen wir am riesigen Irving-Öl-und-Gaskonzern mit seinen unvermeidlich dampfenden Schloten vorbei.

Wir essen in einer urigen Steakhauskneipe, uns ist nach dem vielen Lobster der vergangenen Tage zur Abwechslung mal nach Fleisch. Unten laufen zwei Fernseher, in dem einen Baseball, – ein Spiel dessen komplizierte Regeln ich bis heute nicht verstehe, obwohl Marcel es mal zwei Jahre lang ausprobiert hat, – auf dem anderen Tennis. In der hinteren Ecke ist ein Tisch frei, doch leider tropft Wasser durch die Decke. Im oberen Stockwerk ist das eigentliche Speiselokal. Wir entscheiden uns, unten zu bleiben und warten, bis uns ein Tisch zugeteilt wird. Die Steaks sind ausgezeichnet.

Wir schauen uns noch an, wo Marcels Bus morgen ankommen wird und machen uns gegen 19 Uhr auf nach Moncton. Dort wohnt eine Freundin von Marcel, die er vor drei Jahren auf seiner Weltreise in Australien kennengelernt hat, und wo er sich um 20:50 Uhr in einer Neubausiedlung absetzen lässt. 2017-08-08_kanada-15Tschüss, Marcel, jetzt wirst du wieder Abenteuer auf eigene Faust erleben. Wir wissen inzwischen: du kannst das! War schön mit dir!

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Riverside-Albert Tag 3

7.8.2017 Riverside-Albert Tag 3
Beim Frühstück lernen wir Brigitte und Philippe kennen, sie leben zusammen in Ottawa, Brigitte ist Kanadierin, Philippe kommt ursprünglich aus Lyon, in Frankreich, hat dann 25 Jahre in den USA gelebt, zwei Kinder und eine Exfrau dort, bis er, heute 73, Brigitte kennengelernt hat, die ich auf etwa 50 schätze. Sie haben zusammen eine 23-jährige Tochter. Wir sind uns sympathisch. Draußen scheint die Sonne, also nichts wie raus, in den Fundy Nationalpark. Heute ist Wandern angesagt. Im Informationszentrum gibt uns eine äußerst charmante Mitarbeiterin Tipps zu den besten Wegen. Als erstes geht es zum Point Wolfe Gebiet und den Coppermine Trail entlang. Hier wurde wohl mal Kupfer abgebaut, woran heute aber nur noch der Name erinnert. Wir wandern etwa anderthalb Stunden durch einen nach Tannen und Fichten duftenden, wunderbar frischen Mischwald. Das macht sofort gute Laune. Nach einem längeren Abstieg erreichen wir über eine Holzbrücke den Pointe Wolfe Beach. Es ist Hochwasser, also nur ein schmaler Streifen zum Laufen am Strand.

Es weht ein kühler Wind, so dass noch niemand von uns Lust hat zu baden. Weiter hinten lassen sich einige Leute allerdings nicht davon abhalten. Als wir zur Holzbrücke zurückgehen, hat das Wasser schon die unterste Stufe erreicht, wir sind also gerade noch rechtzeitig umgekehrt. Der nächste Halt ist bei den Dickson Falls, ein kleiner Rundweg von etwa einer Stunde, vorbei an einem niedlichen, kleinen Wasserfall, der uns, besonders nachdem wir gerade die Niagara Falls gesehen haben, eher weniger imponiert. 2017-08-07_kanada-1Die Vegetation kommt uns vertraut vor, unten, wo es feucht ist, Farne, weiter oben Tannen, Fichten, Ahorn und Birken. Wir fahren weiter zu dem dritten und nach Aussage der Nationalparkmitarbeiterin schönsten Wandergebiet des Parks, dem Laverty. Dorthin gelangen wir mit dem Auto über eine acht Kilometer lange Schotterpiste. Zum Glück habe ich meine Wanderstöcke dabei und gegen 14 Uhr geht es den Moosehorn Trail hinunter. Über Stock und Stein, über große und kleine Wurzeln, immer bergab. Man muss sich konzentrieren, um nicht zu stolpern. Wir mögen das.

Es ist halt nicht Spazierengehen,sondern Wandern mit Klettern. Nach, wie es uns scheint, endlosen Kilometern bergab, hören wir in der Ferne johlende Stimmen. Da wird gebadet, los, da wollen wir hin. Der Weg ist immer noch steinig, geht immer noch bergab, wir schwitzen, brauchen noch mindestens eine halbe Stunde. Dann erreichen wir die ersehnten Badegumpen am Wasserfall. Etwa 20 andere Wanderer genießen schon das kühlende Bad oder sitzen auf den Felsen, und gucken, wer so alles kommt. Auch Marcel ist natürlich schon lange vor uns da: “Geil hier!” Dieter ist blitzschnell in Badehose und im Wasser:”Überhaupt nicht kalt!”2017-08-07_kanada-4Manno, bei mir dauert die Umzieherei ewig, ich will da auch rein! Endlich, endlich stecke auch ich meine Füße in das kühle Nass, geschafft! Herrlich! Baden im Broad River von Kanadas Fundy Nationalpark! Was für ein Genuss! Wir haben es sooo gut! Ente ist das Leben schön!
Mit neuer Energie geht es weiter. Zuerst am Fluss entlang, auf Felsen balancierend, wenigstens ist der Weg gut markiert, dann wieder mehr in den Wald hinein. Über uns kanadische Balsamtannen und Weißfichten. Als ich mich einmal an einem Ast hochziehe, bekomme ich harzige Finger, es klebt an meinen Wanderstöcken. “Ablutschen, Spucke drauf” meinen Dieter und Marcel fast gleichzeitig. Es hilft. Um ungefähr 16 Uhr überholen uns immer mehr Leute. “Das kann doch nicht angehen” mault Marcel. Aber ich brauche eine Pause.

Wir ruhen uns am Fluss unten eine halbe Stunde aus, und ich bin richtig eingeschlafen. Dann geht es an das letzte Drittel, nur noch bergauf, steil bergauf, so wie wir am Anfang abgestiegen sind. Marcel läuft vor. Dieter und ich geben unser Bestes. Jetzt überholen auch wir mehrere Wanderer und schaffen den Aufstieg in weniger als einer Stunde. Das war geradezu Hochleistungssport. Zufrieden und erschöpft fahren wir zurück nach Alma, um ein paar Einkäufe zu erledigen, vor allem, um Dominik und uns für heute Abend Lobster mitzubringen. Wir sollen sie ihm lebend bringen. Wir betreten Collin’s Lobster Shop, und sehen, dass auch Philippe aus unserem B&B gerade dort ist und in einem riesigen Becken voller lebender Hummer nach einem greift.

Wir staunen, Mensch, die beißen doch! Da kommt auch schon eine fachkundige Verkäuferin und fragt, wie groß wir sie denn gern hätten. Wir suchen uns vier eher kleine aus, zusammen bringen sie 7,4 pounds auf die Waage, also etwa 3,4 kg, Philippe nimmt zwei größere. Sie werden in eine Plastiktüte gesteckt, und so sollen wir sie die 30 km im Auto nach Hause fahren. Marcel wird auserwählt, die Tüte zu tragen. Er lässt sich eine zweite geben, darf sich mit seinen Begleitern im Auto nach vorn setzen, und wir hoffen, dass keines der köstlichen Meerestiere auf die Idee kommt, seine Umhüllung zu verlassen und im Kia herumzukrabbeln, oder auch nur die Tüte durchzubeißen und so den schönen Neuwagengeruch für alle Zeiten mit fischigem Lobsteraroma zu veredeln. Wir schaffen es, Dominik unser Abendbrot heil abzuliefern und schauen ihm dabei zu, wie er sie ab- und anrichtet. Warum bin ich eigentlich immer noch nicht Vegetarierin?

Gegen 21 Uhr verspeisen wir gegrillten Lobster. Es ist und bleibt eine vorzügliche Delikatesse. Annie hat noch einen Salat, Zitrone, Koriander und Knoblauchbutter dazugestellt und natürlich ihr wunderbares, selbstgebackenes Brot, und wir genießen zusammen einen netten, geselligen Lobsterabend.

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Riverside-Albert Tag 2

6.8.2017 Riverside-Albert Tag 2
Es hat die ganze Nacht geregnet. Zum Glück konnte Marcel bei uns im Zimmer schlafen und musste nicht in ein Zelt. Wir sind die Letzten beim Frühstück, warum soll man bei Regen früh aufstehen? Annie hat leckeres, selbstgebackenes Brot auf den Tisch gestellt, es gibt Kaffee, Marmelade, Ziegenfrischkäse, und wir können uns selbstverständlich Besteck, Teller und Becher nehmen. Der Berner Sennenhund, der Königspudel und die Neufundländermischung liegen friedlich auf dem Küchenfußboden, ich habe keine Angst mehr vor ihnen. 2017-08-07_kanada-6Dominik setzt sich zu uns und erzählt, dass sie dieses Haus geerbt haben, es immer was zu reparieren und zu renovieren gibt – ach was – und dass er nebenbei an der Straße gegenüber eine seltsame Spezialität zu verkaufen versucht: Eis mit Bacon. Er hat uns ein Bild seiner Kreation gezeigt, sieht gut aus, aber ich kann nicht sagen, dass mir danach das Wasser im Munde zusammenläuft. Es regnet immer noch, aber nachmittags soll es besser werden. Wir beschließen, zuerst zu den Hopewell Rocks zu fahren, ein Ort, an dem es den höchsten Tidenhub der Welt gibt. Mit vielen anderen Touris aus allen Kontinenten laufen wir, nachdem wir Eintritt bezahlt haben, den Weg zu den Aussichtspunkten hinunter. Es ist gerade Flut, wir sehen von Wasser umspülte Felsenspitzen aus dem Meer ragen. Nach sechs Stunden soll man dort unten gemütlich spazieren gehen können, bis zu 18 Metern könne hier der Wasserstandsunterschied von Ebbe und Flut betragen, heißt es in einem Prospekt. Wir wollen hier nicht sechs Stunden verweilen, sondern lieber abends noch einmal wiederkommen.

Dazu müssen wir zum Glück nicht doppelt bezahlen, prima! Wir fahren in das etwa 40 km entfernte Touristenörtchen Alma. Es hat inzwischen aufgehört zu regnen, ist zwar noch neblig, aber langsam schiebt sich die Sonne durch. An jeder Ecke wird Lobster angeboten. Alma ist die kanadische Lobsterstadt schlechthin, alle Hotels und B&Bs sind Monate im Voraus ausgebucht. Wir gehen zu Almas “Lobster Shop, eat in or take out” und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wie bei uns in Imbissstuben Pommes mit Ketchup wird hier Hummer angeboten, zum Mitnehmen und als Picknick zu verspeisen, zum Selbstzubereiten oder zum Verzehr im Restaurant. Wir suchen uns ein Plätzchen in der Lobsterbude, Dieter und Marcel gehen die für uns richtige Größe aussuchen, und ich schaue mir schon mal an, wie die Leute um mich herum die Tiere verspeisen. Das Werkzeug wird also mitgeliefert, es gibt ein Waschbecken, wo man sich hinterher mit Seife die Hände wäscht. Mein Gott, was sind das für Oschies, an denen die Leute herumwerkeln! Ich habe noch nie so große und vor allem so viele Hummer auf einmal gesehen! Dann kommt unser Essen, und wir machen es wie alle.

Es ist einfach köstlich! Wir erinnern uns, dass wir vor sieben Jahren zusammen in Kuba waren, und es dort auch Hummerfilet gegeben hatte. Davon hatte ich damals einen Eiweißschock bekommen. Wir werden also vorsichtig sein, und nicht zu viel auf einmal von dem edlen Fleisch essen. Inzwischen scheint die Sonne, und wir machen einen Mittags-und Verdauungsschlaf am Strand. Urlaub! Gegen halb fünf machen wir uns auf und fahren zum zweiten Mal Richtung Hopewell Rocks, um dort die Ebbe zu erleben. Marcel meint ein leichtes Magengrummeln zu verspüren und lässt sich lieber bei unserer Unterkunft absetzen. Wieder sind viele Touris zugegen, um sich dieses Naturschauspiel anzuschauen. Boh, das ist ja irre! Da unten, wo heute morgen nur Wasser war, aus dem die Spitzen von Felsen noch relativ unspektakulär hervorragten, stehen jetzt haushohe versteinerte Dinosaurier, die geradezu aus dem Meeresboden zu wachsen scheinen, und dazwischen wuseln winzige Menschlein umher. Eine bizarre Kulisse für jeden Science-Fiction-Film. Und ganz hinten das Meer. Man kann allerdings nicht wie bei uns am Nordseestrand barfuß laufen, der Boden ist steinig, meist Granit, und schlammig. Wir sind beeindruckt.

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Saint Siméon Tag 4 / Weiterfahrt nach Riverside-Albert Tag 1

5.8.2017 Saint Siméon Tag 4 / Weiterfahrt nach Riverside-Albert Tag 1
Noch vor dem Frühstück bringen Dieter und Marcel das Auto zum Fähranleger. Man weiß ja nie, wie voll das wird. So können wir entspannt bei einem letzten, improvisierten Frühstück vom Balkon unseres Motels beobachten, wie sich die Wartereihen mit riesigen Lastern, mit gigantischen Wohnmobilen, Pickups und PKWs füllen.

Um neun Uhr beginnt das Beladen. Wir dürfen als erste auf die Fähre. Deshalb muss Dieter über die Rampe, die später hochgezogen wird, zum Oberdeck hinauf.

Wir Beifahrer müssen schon unten aussteigen. Wie aufregend! Was für eine Logistik! Dann legen wir ab, und es geht zum zweiten Mal über den Sankt-Lorenz-Strom. Es ist warm, aber bewölkt und später soll es regnen. Nach einer ruhigen Überfahrt legen wir gegen 11 Uhr in Rivière du Loup an, und sind schon total gespannt, wie wir wohl unser Auto vom Oberdeck kriegen werden. Es ist beengend, wahrlich nichts für Klaustrophobiker, zwischen den dicht an dicht stehenden Riesengefährten hindurchzugehen. Mon dieu! Das sind aber auch Geschosse! Nachdem die ersten Monster die Fähre verlassen haben, eines hat prompt sein Rücklicht verloren, gibt es zum Glück mehr Stehplatz, und jetzt wird tatsächlich die vordere Rampe mitsamt unseres Autos heruntergelassen. Ich frage mindestens dreimal, ob Dieter auch die Handbremse angezogen hat: “Jaha!”.photo_2017-08-08_11-07-09Da unser Kia ganz vorn steht, können wir als erste einsteigen, und weiter geht die Reise. Immer auf der Autobahn, auf der “transcanadienne sud”, gen Süd-Osten, nach New-Brunswick, oder Nouveau-Brunswick wie es französisch heißt, dem einzigen kanadischen Staat, der auch offiziell zweisprachig ist. Immer schön mit 110 Stundenkilometern, der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, den Highway entlang, links und rechts Wälder, ab und zu ein See, ein Fluss, wieder Wald: nicht nur Russland ist ein weites Land. Endlich fahre auch ich mal den Kia, und Dieter kann sich ausruhen. Es ist das erste Mal, dass ich ein Automatikauto fahre. Läuft alles gut, Marcel ist ein prima Beifahrer und erklärt mir geduldig, wie ich den Tempomat einstellen kann, so dass meine beiden Füße entspannt neben den Pedalen stehen. Supi! Die letzten 100 km fährt Dieter dann wieder. Wir passieren die nordwestliche Ecke des Fundy Nationalparks, genießen einen ersten Blick auf die Baie de Fundy und kommen gegen 19:30 Uhr nach unserer neuen Zeit – es ist hier in New Brunswick schon eine Stunde später – in unserer Unterkunft an. Drei große Hunde begrüßen uns freudig, ein Berner Sennenhund, ein angeleinter Königspudel, und ein Neufundländermischling. Annie meint: “Don’t worry, they don’t bite”. 2017-08-07_kanada-6Sehr witzig, ich habe weiter Respekt und versuche Distanz zu halten. Dann kommt Dominik aus seinem Imbiss von gegenüber, uns wird unser Zimmer gezeigt, alles in Ordnung. Es ist voll im Haus. Schon im Flur begegnet uns eine Familie mit Baby. Wir ziehen uns zurück, relaxen und gehen schlafen.

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