Udaipur Tag 2

Jaipur, die Hauptstadt Rajasthans, hat über drei Millionen Einwohner, Udaipur dagegen nur rund 500.000. Es liegt am romantischen Pichola-See. Ab elf Uhr öffneten allmählich die Geschäfte des Basars. Man musste nichts kaufen, konnte nur gucken. Für mich stand endlich mal ein Rock an. Dank Dieters fachkundiger Beratung hab ich den schönsten ganz Udaipurs erwischt. Wir haben uns einen Jain-Tempel angeschaut – irre kostbare Mosaike und Verkleidungen an den Wänden, an der Decke, ein rauschendes, glamouröses Glitzermeer. Im unweit davon liegenden Jagdish-Tempel von 1652 huldigten gläubige Hindus gerade der schwarzen Vishnu-Inkarnation Jagannath. Sie freuten sich, als ein Tempeldiener endlich den Vorhang zum frisch geputzten Heiligtum öffnete und sangen fröhliche Lieder. Fotografieren strengstens verboten.

Bis um fünf Uhr ruhten wir uns in unserer gemütlichen Suite aus. Dann wollten wir auf eine der zwei Inseln. Rein zufällig ergatterten wir das letzte Boot und erlebten eine idyllische Sonnenuntergangsfahrt zur Palastinsel Jag Mandir. Elefanten zierten die Anlegestelle, es ging durch einen symmetrisch angelegten, gepflegten Garten, in dem Palastgärtner nur darauf warteten, Touris fotografieren zu dürfen, um sich ein paar Rupien zusätzlich zu verdienen. Wir ließen uns in einem bewirtschafteten Hof nieder, wo wir unseren Cappuchino von Kellnern mit Turbanen erhielten. Ja, die Herrscher von damals haben es sich gut gehen lassen! Auf der anderen Insel, auf der die frühere Sommerresidenz Jagat Singhs aus dem frühen 17. Jahrhundert steht, das heutige Lake Palace Hotel, dürfen Besucher seit dem Bombenanschlag in Mumbai (2008) nicht mehr anlegen. Je dunkler es wurde, desto romantischer wurde es. Das stellten auch die zwei eleganten, älteren Damen, die uns gegenüber an ihrem gekühlten Weißwein nippten, in Endlosschleife und perfektem Oxford-Englisch fest: “Isn’t that beautiful…”.

Auf der Bootsrückfahrt waren wir in Gesellschaft einer singfreudigen Frauengruppe aus Mumbai. Eine Jüngere, sehr Hübsche, sprach mich an: “You look so beautiful!” Tja, was so ein neuer Rock alles bewirkt! Geschmeichelt antwortete ich: “Thank you, you too!” Daraufhin machte sie einen völlig überraschten Eindruck. Als wir später an ihrem Bus vorbeiliefen, saß sie am Fenster, und wir winkten einander vertraulich zu. Abends zweites Candle-Light-Dinner auf ‘ner Roof-Top-Terrasse: unwirklich, bezaubernd, schön!

5 Gedanken zu “Udaipur Tag 2

  1. Ein ganz tolles Kleid hast du da an, liebe Mutter, ihr seht großartig und sehr zufrieden aus.
    <3<3
    Ein ganz großes

    ICH VERMISSE EUCH

    aus Tangstedt

  2. PS: Bei euren ganzen Terrassenbildern habe ich schon mit Monika abgesprochen, dass aus unserer Dachterrasse da oben auch so ein ROOF-TOP Terrässchen wird und ihr dann dort immer schön eure Candle-Light-Dinners in der idyllischen Luft von Tangstedt abhalten könnt. :D

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