Heute war Ausruhen angesagt. War schon gegen 5:30 Uhr wach, Delhi geisterte noch durch den Kopf. Schön, dass wir in einer Oase hier wohnen, mit Relaxgarten zum Träumen. Kathmandu hat sich als eine stinkende, dreckige Kloake entpuppt. Überall Müll, aufgerissene, schlammige Straßen, Hunde, Taxis, Motorroller, Fahrrad-Rikschas, dazwischen reiche Touris und arme Nepalesen, Inder, Tibeter, die sich am Feiertag in bunte Schale geschmissen hatten und die fehlende Müllabfuhr am Feiertag nicht zu bemerken schienen. Auch die mühevoll fixierten, glitzernden Girlanden konnten das Elend dahinter und darunter nicht verbergen. Wir mussten wieder dringend einen Visa-plus-Automaten finden. Nach dem sechsten ATM und dem gefühlt hundertsten Bammel, dass unsere Karte im Automaten verschwinden könnte, hatten wir endlich Glück. Der Automat der Nadil-Bank spuckte zweimal 30000 nepalesische Rupienscheine in neu gedruckten Tausendern aus. Das musste gefeiert werden. Dieter: Hähnchen, ich: Dhal Bhat mit Hähnchen, lecker! Die Keller hier sind so freundlich, davon müssten wir uns alle ‘ne Scheibe abschneiden.
- Kathmandu
- Strom
- Hähnchen
Auf dem Nachhauseweg wurde der Abgasgestank extrem. Ich nahm mir die asiatischen Touris aus Japan, China und Thailand zum Vorbild, die bei Bedarf ihren Mundschutz zücken, und hielt mir ein Taschentuch vor die Nase, um nicht mit Vergiftung im Krankenhaus zu landen. Kathmandu hat zwar nur eine Million Einwohner, mit Umland vier, aber wenn hier nicht binnen kurzer Zeit was passiert, – Kanalisation, Wasser- und Stromversorgung, Müllabfuhr sind unzulänglich oder nicht vorhanden – werden auch noch die Touris wegbleiben und Kathmandu als Riesenslum untergehen.



Ja, wir sind halt sehr verwöhnt in Deutschland. Interessant ist nur: sind die Menschen glücklich?