Von Bodhgaya nach Varanasi

Um Punkt neun wartete Lal vorm Hotel. Auf in seine Heimatstadt, Varanasi! Dicker Verkehr auf dem gut ausgebauten Highway 2. Zu Lals Ärger fuhren die ganzen Laster immer rechts, also auf der Überholspur und wollten trotz seines energischen Hupens nicht weichen. Er musste ständig links überholen, da waren immer die ganz Langsamen: Fußgänger, Fahrradfahrer, Rikschas. Um halb eins mussten wir mal pinkeln. Wir machten Lunchpause  direkt an der Autobahn, in einer Raststätte, wo ein lebendiger Affe an der Leine den Portier gab. Wieder super Essen, ich: Gemüse-Kofta, Dieter: Paneer Butter Masala (indischer Frischkäse mit Gemüse). Lecker! Da wir uns von Süden her Varanasi näherten, schlug Lal vor,  einen Abstecher zum Ramnagar Fort zu unternehmen. Gute Idee! Just in dem Moment, als wir durch das Tor schritten, stieg Herr Anant Narayan Singh, der Maharadscha von Varanasi – offiziell wurde der Titel 1971 abgeschafft, doch führt er die Prozession zum Dramafestival Ram Lila noch immer traditionsgemäß auf einem geschmückten Elefanten an – aus seiner Limousine. Vier Bodygards schirmten den Ausstieg mit Tüchern ab.

Meine Güte! In so ‘nem alten, verdreckten, heruntergekommenen Anwesen lebt der? Ob man ins Museum geht oder sich die ehrwürdigen Mauern des einst so prunkvollen Palastes ansieht: alles ist staubig, dreckig, ungepflegt. Die Farbe blättert von den Wänden, die Ausstellungsstücke sind durch die verschmutzten Scheiben gar nicht richtig zu erkennen, die Kutschen und Senften und Rikschas würden beim Autoverschrotter Kiesow nicht weiter auffallen – das ist für uns Europäer einfach nur incredible.


Und im Yvas-Tempel, von wo aus man eine herrliche Sicht auf den Ganges hat, sitzt so ein schleimiger Hindu, winkt Touristen hinein, erzählt irgendwas von guten Wünschen und Glück, wenn man sich verneigt und die blumengeschmückten Steine berührt, schmiert einem etwas Staub auf die Stirn, und dann, klar doch, 500 Rupien spenden. Einfach incredible!

Wir fuhren zu Lals Boss. Der wollte wissen, wie wir mit ihm zufrieden waren. Wir haben schriftlich fixiert, dass er ein exzellenter Fahrer war, und dass wir ihn und die Firma seines Chefs selbstverständlich weiter empfehlen werden. Durch den nächsten indischen Moloch, Varanasi, ging es. Vorbei an Kühen, Ziegen, Schweinen, Müll, Menschen, schönen Menschen, bunt gekleideten Frauen, Müll, Schweinen, Ziegen, Kühen zu unserem zweiten (nach Delhi) in Eigenregie ausgesuchten Hotel.

Tschüß Lal! Vielen tausend Dank, dass du uns heil hierher gebracht hast! Wir wünschen dir weiterhin Glück, und dass dein Boss dich anständig bezahlt! Und wir hoffen, dass die Flohstiche, die uns seit einigen Tagen zu schaffen machen, nicht von Flöhen aus dem Auto deines Chefs stammen, sondern dann doch lieber von Wanzen aus Matratzen in Kuschinagar.

Wir wurden von zwei Männern – vom Hotelbesitzer persönlich, wie wir hinterher festgestellt haben – abgeholt und durch enge Gassen, durch die kein Auto passt, und wo unsere Rollkoffer teilweise angehoben werden mussten, damit sie nicht durch, sagen wir mal gutwillig Kuhscheiße rollten, zum Hotel geführt. Wir wohnen ganz oben mit Blick über die Dächer der Altstadt und über den Ganges. Wir wohnen mitten im Zoo. Rhesus-Affen turnen von Balkon zu Balkon über die Dächer. Wir zogen uns erst mal in unser Gehege zum Schlafen zurück. Man kann die Türen schließen.

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Bodhgaya Tag 3

Lal fuhr uns heute Morgen zu ein paar Tempeln, die wir noch nicht angeschaut hatten und noch zu einem Stupa, aber es reicht jetzt auch damit.

Zur Abwechslung und in neugieriger Erwartung besuchten wir ein in unserem Reiseführer als Wildpark bezeichnetes Gelände. Gleich neben dem Mahabodhi-Tempel. Fünf Rupien Eintritt pro Person (vier Cent). Rechts entdeckten wir einen Plastik-Pinguin. Naja, Pinguine gibt’s in Indien ja nicht! Aber was war das? Plastik-Pinguine in blau, in gelb, so sehen die doch gar nicht aus! Was wollte man Kindern denn damit weismachen? Das ist ja so, als würde man bei uns Großstadtkindern, die keine Kühe kennen, die lila Schokoladenkuh als biologisches Anschauungsmaterial vorsetzen. Wir suchten weiter nach dem Wild im Park. Nichts. Da stand eine Bank, im Schatten! Wir setzten uns und staunten. Ein Streifenhörnchen huschte einen Baum hoch. Das kannten wir ja schon aus Delhi. Wir schlenderten zum nächsten Areal: ein Plastikpfau, ein Plastikfrosch, und wieder ein Plastikpinguin. Darauf stand: “Use me!” Na so was, die Inder wollten, dass man die Plastiktiere als Mülleimer benutzt! Das ist ja ne richtig gute Idee! Nur wo war das Wild? Wir haben es nicht gefunden.

Es gab noch eine große, verrostete Vogelvoliere, die nach oben hin offen war, eine angeleinte Ziege – die Arme! Ihre Artgenossen dürfen alle frei auf der Straße rumlaufen! Oder ist es genau andersrum: Sie lebt privilegiert unter dem Schutz des Parkwächters, bekommt was zu fressen und muss nicht jeden Tag im mörderischen Verkehr um ihr Leben fürchten? – und mehrere abgetrennte Gehege, in denen Beete angelegt waren, oder in denen Gärtner dösten. Dieter kam sofort der Verdacht, sie könnten hier als Wild ausgestellt sein.

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Born to be wild ?

Wir ließen uns zum Lunch fahren.

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Bodhgaya Tag 2

Hatte gestern bis halb zwei am Blog-Beitrag geschrieben. Als ich gerade fertig war, habe ich alles gelöscht. Na super! Frust auf ganzer Linie! Heute Morgen alles von vorn. Sightseeing-Start daher erst um halb elf. Zum Mahabodhi-Tempel, wo Buddha unter einem Bodhi-Baum Erleuchtung fand. Höchstes Heiligtum des Buddhismus. Als wir ankamen, fand gerade eine Predigt mit Lautsprecherverstärkung statt. Leider nicht auf Englisch. Schade!

Wären wir erst im November hierher gekommen, hätten wir womöglich den Dalai Lama höchstpersönlich erleben können. Zwischen November und Februar kommen nämlich immer Exiltibeter und Buddhisten aus aller Welt in Bodhgaya zusammen, um zu meditieren und ihren Glauben zu leben.

Als wir im Meditationsgarten waren – Extra-Eintritt 25 Rupien das sind etwa 20 Cent – schallte laut Musik herüber. Ein kleiner Hinweis auf die von Hindus und Buddhisten unterschiedliche Lebensart ihrer Religion? Hindus sehen den Tempel zwar auch als Heiligtum an, da sie Buddha als Reinkarnation ihres Gottes Vishnu interpretieren, aber sie zelebrieren ihre Verehrung gern laut nach außen hin, Buddhisten in sich gekehrt und leise. Außerdem, so hat Lal uns erzählt, werde gerade zwei Tage lang das hinduistische Chath-Puja-Fest, das größte im Staat Bihar, gefeiert. Nach 24 Stunden Fasten tragen Frauen in Prozessionen ein Gefäß mit Wasser zum Ort der Feierlichkeiten. Es wird dem Sonnengott gehuldigt und eine neue Erntezeit eingeläutet. War die ohrenbetäubend laute Musik schon ein Vorbote dieses Festes? Natürlich haben wir uns auch die riesige, 25 Meter hohe Buddha-Statue aus Sandstein angeschaut, die 1989 vom Dalai Lama enthüllt wurde. Bombastisch, ein Fundamentalbau für die nächsten 2500 Jahre. Einzig zwei Laternen in Form von Lotuspflanzen rechts und links vom Eingang hatten etwas Verspieltes.

Zierlich, klein und geradezu niedlich dagegen der reich geschmückte und filigran verzierte Bhutan-Tempel. Die Lebensgeschichte Buddhas wurde als Stuck an den Wänden dargestellt. Was für eine kunstvolle Handarbeit! Vor jedem Tempel sitzen Bettler und Schuhaufpasser, für die man die schon erwähnten kleinen Rupienscheine immer parat haben muss.

Wir wollten noch zum Hauptpostamt. Wie dumm von uns. Hatte natürlich am Feiertag geschlossen. Dafür hatten wir das Vergnügen, über Bodhgayas wichtigsten Markt laufen zu können.

Zum Mittagessen folgten wir Lals Vorschlag und ließen uns von ihm zu einem netten, sehr günstigen Lokal fahren: mit Getränken zusammen 2,50 Euro.

Dann zurück zum Hotel. Ich musste Schlaf nachholen, Dieter wollte sich schon mal um die Bearbeitung der Fotos für unseren Blog kümmern. Abends haben wir uns zu Fuß noch einmal ins Menschen- und Verkehrsgewimmel gestürzt – mit dem Auto wäre wegen des Chath-Puja-Festes tatsächlich kein Durchkommen gewesen. Wir fanden ein Restaurant mit schneller Internet-Verbindung und hervorragendem Essen. Herz, was willst du mehr!

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Von Patna nach Bodhgaya

Beim Frühstück waren wir nicht mehr die einzigen, zum Glück: Indische Geschäftsleute und auch sogar ein Englisch sprechendes, europäisches Pärchen saßen an den Nebentischen. Unsere Sightseeing-Tour konnte weiter gehen. Aus Patna raus, vorbei an Müll und Tausenden von Menschen, vorbei an den ewigen Bazaren,

auf eine richtig gut ausgebaute Autobahn – Lal juchzte vor Freude, es war Balsam für ihn und sein Auto. Wir kamen nach Nalanda. Beim Eingang bot sich der 68jährige Herr Prasada mit einem so herzerwärmend freundlichen Lächeln als Guide an, dass wir nicht ablehnen konnten. Obwohl er die Runden auf dem Ruinengelände der im fünften Jahrhundert florierenden, internationalen buddhistischen Universität schon seit 27 Jahren dreht, und das mehrmals am Tag, trug er sein Wissen mit solch einem Enthusiasmus vor, als wäre es das erste Mal. Lebendiger Geschichtsunterricht, wie die meisten ihn in der Schule nie genossen haben. In den Ausgrabungen sind die verschiedenen Stadien der Besiedlung von Nalanda in drei verschiedenen Etagen zu sehen. Groundfloor: fünftes Jahrhundert, erste Etage: siebtes Jahrhundert und das oberste Stockwerk: zwölftes Jahrhundert. Ganz unten waren die Ruinen der Schlaf- und Unterrichtsräume der Studierenden auf der einen Seite, und die Tempel mit Meditationsräumen und Buddha-Figuren auf der anderen Seite zu bestaunen. 10000 Studenten sollen hier damals von 1500 Dozenten in Mathematik, Philosophie, Medizin und vielen anderen Fächern kostenlos ausgebildet worden sein. Bei weiteren Ausgrabungen hat man Fundstücke gefunden, die sogar aus dem sechsten Jahrhundert vor Christus stammen, also aus Siddhartha Gautamas Lebenszeit. Herr Prasada meinte, dass zum Glück inzwischen weitere Ausgrabungen verboten seien. Allein das Gelände der ehemaligen Universität würde sich über zehn Kilometer Länge erstrecken. Und schon das jetzige Areal habe unzählige Menschen von ihrem Grund und Boden vertrieben. Würde weiter gebuddelt werden, würde auch Herr Prasada seine Felder verlieren.

Die nächste Station war Rajgir. Zunächst schauten wir uns einen japanischen Tempel an, den Venuvana Vihara, der an der Stelle steht, wo für Buddha einst ein Kloster errichtet wurde. Drinnen schlug ein Herr auf eine große Trommel und verteilte Süßigkeiten mit unverkennbarer Aufforderung zu einer Spende.

Draußen warteten unzählige Pferdekutscher darauf, dass Touris sich von ihnen zum nächsten Highlight von Rajgir fahren ließen. Wir hatten ja Lal. Wir stellten uns in die Schlange zum Einzelsessellift, als wären wir noch nie Seilbahn gefahren, und warteten geschlagene 45 Minuten eingesperrt in zwei Meter hohe Gitter und Drehschleusen mit Hunderten von entzückten Asiaten auf dieses für Indien wohl außergewöhnliche Event. Endlich saßen wir in unserem Sessel und fuhren in der klapprigen Seilbahn auf den Ratnagiri Hill zur Peace Pagode. Ständig winkte man uns fröhlich zu, und wie Weltstars wurden wir immer wieder zu Fotosessions eingeladen. Verwechselte man uns womöglich mit irgendwelchen amerikanischen Filmstars? Dieter schlug vor, zum nächsten Sightseeing-Ort neben den obligatorischen kleinen Rupienscheinen für Trinkgelder Fotokarten mit Autogrammen von uns einzustecken.

 

Wir erreichten Bodhgaya nicht vor Einbruch der Dunkelheit. Lal konnte seine Fahrkünste unter erschwerten Bedingungen einmal mehr unter Beweis stellen. Das Abendessen im Hotel war ausgezeichnet: Dieter hatte ein Bier bestellt und ich einen Wein. Ich bekam ein in eine Serviette gehülltes Glas mit Sherry und Dieter ein verhülltes Trinkglas mit Bier. Als er die ganze Flasche wollte, brachte der verstörte Kellner eine in blaues Tuch gehüllte Flasche mit weißem Bändchen fest verschnürt. Gerade wollte Dieter nach dem Etikett sehen, als ein zweiter Kellner herbeieilte und ihn bat, die Flasche unterm Tisch zu verwahren. Es würde gleich eine große Gruppe aus Vietnam kommen. Heimlich und verstohlen schüttete sich Dieter von dem anonymen Bier nach. Mir meinte der Kellner eine große Freude zu machen, indem er mich immer wieder schelmisch fragte, ob ich denn noch mehr Wein wolle. Aber ich war schon von dem ersten Glas Sherry high und musste ihn enttäuschen. Zwei Alkis aus Deutschland im buddhistischen Hotel. Das nächste Mal werden wir verzichten.

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Von Kuschinagar nach Patna

Beim Frühstück waren wir die einzigen im großen, für mindestens fünfzig Leute gedeckten Speisesaal des kolonialen Hotels. Zwei Kellner standen uns geschäftig zu Diensten, dankbar, etwas zu tun zu haben. Eiligst zauberten sie Toastbrote, Butter, Marmelade, Omeletts – kontinentales Frühstück halt – auf unsere Teller, und als Zugabe indisches Curry, so viel wir wollten. Einfach rührend diese Beflissenheit und Sorge, dass es uns an nichts fehle! Start um acht Uhr.

Unseren Fahrer sollen wir Lal nennen, nicht Lol!, die Kurzform für Perilal hatten wir verstanden. Ein Stück ging es die indische Autobahn entlang, dann wieder über  Holperpisten. Plötzlich standen am linken Straßenrand unzählige Laster, rechts ging auch nichts mehr, aber nach zehn Minuten bildete sich in der Mitte eine kleine Gasse, für Motorräder. Nein, tatsächlich, unser Meisterdriver Lal passte auch durch! Wir näherten uns der Grenze nach Bihar. Da würden alle Laster kontrolliert, meinte Lal, das könne schon mal ein, zwei Tage dauern. Lal hatte eine Lizenz, die noch bis Ende Oktober gültig war. Wir konnten also reibungslos passieren. Erster Sightseeing-Halt am Kesaria-Stupa, einem der größten Indiens, wo Buddha einst gepredigt hatte. Wir waren die einzigen Touris. Zwei gelangweilte Inder am Eingang boten mir an, auf Toilette zu gehen, als wäre es das Größte. Dann begleitete der eine uns um den Stupa herum und fand es ganz toll, uns eine günstige Stelle zum Fotografieren zu zeigen. Leider voll gegen die Sonne.

Frauen jäteten Unkraut. Die eine schickte ihre Tochter zum Betteln hinter uns her. Ich konnte das Elend nicht ertragen und habe ihr zehn Rupien gegeben. Daraufhin wollten die beiden Männer auch was haben. Und vorm Eingang kam ein Einbeiniger auf uns zu…es ist aussichtslos! Auf der Weiterfahrt war ich deprimiert. Aber Mitleid ist kein Weg. Die vielen Menschen, die wir aus dem Fenster beobachteten, machen keinen unglücklichen Eindruck. Was sie am wenigsten brauchen können, ist unser arrogantes Mitleid. (Dieter findet sich nicht arrogant!)

Nächster Stopp war die Ashoka-Säule in Kolhua, die vom Kaiser Ashoka im dritten Jahrhundert v. Chr. errichtet wurde, um an den Ort zu erinnern, an dem Buddha seine letzte Predigt hielt. Hier waren wir nicht mehr die einzigen, aber immer noch die einzigen Europäer. Die asiatischen Touri-und Pilgergruppen wollten sich gleich wieder mit uns fotografieren lassen. Aber gern doch!

Weiter ging es nach Vaishali, dem einigen Historikern zufolge ersten demokratischen Stadtstaat der Welt, wo Buddha einst studierte und 483 v. Chr. seinen nahenden Abschied verkündete. Auch einer der 80 Weltfriedenstempel steht in Vaishali, weiß, mit goldenen Buddhas in vier verschiedenen Haltungen, schön anzusehen. Die Initiative ging von einem Japaner nach den Atombomben auf Hiroschima und Nagasaki aus. Auf Tafeln wird an diese von Menschenhand gemachte Katastrophe erinnert.


Gegen halb vier gab es einen Stau auf der sieben Kilometer langen Brücke über den Ganges nach Patna. Was da los war, das übersteigt jedes europäische Verkehrsgefühl. Man kann dem Treiben nur eine fatalistische Gelassenheit entgegensetzen, man ist ausgeliefert. Aber es geht ja allen so, den Menschen in den überfüllten Bussen – Plätze auf dem Dach zum halben Preis – den siebenköpfigen Familien auf den Motorrädern, den Fahrradfahrern mit ihren Hühnern, den Fußgängern mit ihren Reisbündellasten, also geduldet man sich und ergibt sich dem Schicksal. Irgendwann ging es weiter. Auf der Gegenfahrbahn hatte eine mit sechs bis acht Menschen beladene Motor-Rikscha ihren Geist aufgegeben. Ob wohl irgendwann jemand die Gestrandeten mitgenommen hat? Und der arme Rikscha-Fahrer? Hat er seine kaputte Karre die sieben Kilometer über die Brücke ziehen müssen?

Nach einer immer wieder abenteuerlich anmutenden Fahrt durch eine indische Großstadt, hier durch Bihars Hauptstadt Patna, erreichten wir gegen 17 Uhr unser Hotel, eine Oase im Großstadtmüll, mit Balkon und einer Art Hollywoodschaukel.

Beim Abendessen waren wir wieder die einzigen. Drei Kellner sorgten für unser Wohl.

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