- Der Maharadscha kommt
Meine Güte! In so ‘nem alten, verdreckten, heruntergekommenen Anwesen lebt der? Ob man ins Museum geht oder sich die ehrwürdigen Mauern des einst so prunkvollen Palastes ansieht: alles ist staubig, dreckig, ungepflegt. Die Farbe blättert von den Wänden, die Ausstellungsstücke sind durch die verschmutzten Scheiben gar nicht richtig zu erkennen, die Kutschen und Senften und Rikschas würden beim Autoverschrotter Kiesow nicht weiter auffallen – das ist für uns Europäer einfach nur incredible.
Und im Yvas-Tempel, von wo aus man eine herrliche Sicht auf den Ganges hat, sitzt so ein schleimiger Hindu, winkt Touristen hinein, erzählt irgendwas von guten Wünschen und Glück, wenn man sich verneigt und die blumengeschmückten Steine berührt, schmiert einem etwas Staub auf die Stirn, und dann, klar doch, 500 Rupien spenden. Einfach incredible!
- Irgendwann Varanasi-Nord
Wir fuhren zu Lals Boss. Der wollte wissen, wie wir mit ihm zufrieden waren. Wir haben schriftlich fixiert, dass er ein exzellenter Fahrer war, und dass wir ihn und die Firma seines Chefs selbstverständlich weiter empfehlen werden. Durch den nächsten indischen Moloch, Varanasi, ging es. Vorbei an Kühen, Ziegen, Schweinen, Müll, Menschen, schönen Menschen, bunt gekleideten Frauen, Müll, Schweinen, Ziegen, Kühen zu unserem zweiten (nach Delhi) in Eigenregie ausgesuchten Hotel.
Tschüß Lal! Vielen tausend Dank, dass du uns heil hierher gebracht hast! Wir wünschen dir weiterhin Glück, und dass dein Boss dich anständig bezahlt! Und wir hoffen, dass die Flohstiche, die uns seit einigen Tagen zu schaffen machen, nicht von Flöhen aus dem Auto deines Chefs stammen, sondern dann doch lieber von Wanzen aus Matratzen in Kuschinagar.
- “Danke, Lal!”. “Yes, Madam”
Wir wurden von zwei Männern – vom Hotelbesitzer persönlich, wie wir hinterher festgestellt haben – abgeholt und durch enge Gassen, durch die kein Auto passt, und wo unsere Rollkoffer teilweise angehoben werden mussten, damit sie nicht durch, sagen wir mal gutwillig Kuhscheiße rollten, zum Hotel geführt. Wir wohnen ganz oben mit Blick über die Dächer der Altstadt und über den Ganges. Wir wohnen mitten im Zoo. Rhesus-Affen turnen von Balkon zu Balkon über die Dächer. Wir zogen uns erst mal in unser Gehege zum Schlafen zurück. Man kann die Türen schließen.


























