Wir mussten erst um 14 Uhr am Flughafen sein. Deshalb haben wir uns doch noch den Caminito in La Boca, die nur 100 Meter lange “Must-Have-Seen”-Touristenstraße von Buenos Aires angeschaut, wo die ganzen Postkartenfotos entstehen. Auf dem Balkon oben stand diesmal als berühmte argentinische Persönlichkeit aus Pappmaché: der Papst. Zum Glück waren wir schon morgens da, die Geschäfte begannen gerade erst zu öffnen. Es hat sich nicht gelohnt. Das Geld wurde einem nur so aus der Tasche gezogen. Sobald man sich für einen Kaffee in ein Restaurant setzte, erschien – wie auf Knopfdruck – ein Tanzpaar, stellte Musik an, und begann, Tango zu tanzen. Danach, na klar, sollte man blechen. Der frisch gepresste Orangensaft kostete hier dreimal soviel wie am Paseo de la Gloria vor dem Naturschutzgebiet. Aber schön war, dass wir den Schweizer André aus der Sprachschule noch einmal trafen. Er machte an diesem Feiertag eine Vormittags-Fahrradtour durch B. A., und da durfte La Boca natürlich nicht fehlen.
- Urbis et Orbis
- Kaufen…
- Jorge und Diego
- Wieder kaufen…
- Tango, sobald der Touri naht
- und essen
Dann fuhren wir zum Hotel zurück und ließen uns zum Flughafen bringen. Der private Fahrer sprach kein einziges Wort mit uns. Er war in feinstem Zwirn gekleidet, und wir, mit unserem Backpacker-Image, waren wohl absolut unter seinem Niveau. Adiós Buenos Aires!
Wir starteten pünktlich und kamen entsprechend gegen 18 Uhr in San Carlos de Bariloche an. Die Sonne schien, die Luft war total klar, und es war heiß. Wir sind jetzt immerhin südlicher als Südafrika, und es ist Spätsommer hier. Wir holten unser Mietauto am Flughafen ab – ein oller Chevrolet mit vielen Schrammen und Ratschern, ohne Klimaanlage, wie wir leider erst später merkten – aber der Motor und die Bremsen funktionierten und unser Gepäck passte auch rein.
- Wolkenlos
- Bariloche! Gehen sie bitte zügig weiter!
- Wenn der man hält!
Und los ging es, zu unserer ersten Unterkunft. Es wurde schnell voll auf den Straßen, Hochsaison halt. Und da tauchte der Lago Nahuel Huapi vor uns auf, tiefblau, atemberaubend, umgeben von den in der Sonne leuchtenden Anden. Maravillosa! Wau! Das war ja nun wieder etwas völlig anderes als noch gerade zuvor Buenos Aires! Bariloche hat etwa 130000 Einwohner und ist ein beliebter Wintersportort. Doch auch während der jetzigen Sommerferien ist die Stadt voll von Touristen und erinnert an die sommerliche Hochsaison an Boden- oder Gardasee. Unsere Unterkunft ist diesmal quasi eine Jugendherberge, in der wir zwar das beste Zimmer mit Doppelbett, einem großen Einbauschrank und einer Superaussicht auf den See bekommen haben, und dennoch gibt es nur ein Gemeinschaftsbad. Alles andere war uns mit über 100 Euro die Nacht schlicht zu teuer. Wir haben uns gleich noch ein bisschen umgeschaut, sind runter zum See. Der Strand war nicht umwerfend, schmal und steinig. Das große Haus direkt am Seeufer mit riesigen Panoramafenstern entpuppte sich als eine überdachte, gut besuchte Eislaufhalle mit angeschlossener Gastronomie. Wir haben lieber das uns in der Jugendherberge empfohlene Esslokal aufgesucht.
- Blick von der Dachterrasse
- Sommereislaufen
Nach 15 Minuten Wartezeit wurde uns schließlich ein Tisch zugewiesen. Es hatte sich gelohnt: Inmitten von gutgelaunten, meist wohl argentinischen, chilenischen oder brasilianischen Urlaubern, vielleicht auch ein paar Einheimischen, viele mit kleinen Kindern, gab es richtig leckere Pizza. Auf dem Nachhauseweg waren es höchstens 15 Grad draußen, ganz schön herbstlich frisch! Über uns war ein klarer Sternenhimmel, und da stand er wieder, der Orion. Diesmal auf dem Kopf.

































































