Wir fuhren gegen zehn Uhr los, auf zum Vulkan, der als schönster der Welt gilt, zum Volcán Lanín. Unser Tank war zwar noch halb voll, aber ich konnte Dieter überreden, bei der nächsten Tankstelle, an der man nicht allzu lange würde warten müssen, noch einmal zu tanken. In der argentinischen Pampa vor den Nationalparks weiß man ja nie! Wir fuhren bis Junín auf einer gut ausgebauten Straße, und dann ging’s wieder auf eine staubige Schotterpiste, die RP 61.
- Pehuén-Bäume
Wir wollten zu dem See mit dem Zungenbrechernamen Huechulafquen, wir können ihn immer noch nicht auswendig und werden ihn wohl morgen trotz Übens doch wieder vergessen haben. Beim Eingang zum Nationalpark Lanín mussten wir pro Person umgerechnet 6,50 Euro zahlen, das war in Ordnung. Englisch konnte dort niemand und alle Info-Broschüren waren nur auf Spanisch. Nach 30 Kilometern sollten wir das Dörfchen, oder besser die Ranger Station Puerto Canoa erreichen, von wo aus Wanderwege zum Vulkan führen sollten. Allerdings hätten wir dazu schon früher aufbrechen müssen. Der interessanteste Fußweg hin und zurück hätte sieben Stunden gedauert, und die Nationalpark-Ranger hatten festgelegt, dass man sich vor 11 Uhr auf den Weg zu machen hätte, aus Sicherheitsgründen. Das konnten wir also vergessen. Als endlich der Lago Huechulafquen vor uns auftauchte, war es tatsächlich ein überwältigender Anblick: ruhiges blaues Wasser, dahinter bizarre Felsformationen, und das alles sahen wir durch Pehuén und Raulí-Bäume hindurch, die schon zu Dinosaurierzeiten hier gewachsen sein sollen. Gegen halb eins waren wir in Puerto Canoa, und zum zweiten Mal wollte es das Schicksal, dass wir genau zu der Zeit dort eintrafen, als ein Boot ablegen sollte, diesmal ein Katamaran.
- Lago Huechulafquen
- Nicht sehr bemühter Guide
- Lava-Gestein
Der junge Mann, der den mit uns etwa 50 anderen Touristen an Bord etwas über den Nationalpark, den See und die Mapuche-Bewohner dieser Region erzählte, sprach schnelles Spanisch und kein Englisch. Das war enttäuschend. Eine Woche Auffrischkurs in Buenos Aires und die vielen vorangegangenen Versuche, Spanisch zu lernen, waren nicht ausreichend, um ihn befriedigend verstehen zu können. Die einzige Information, die er uns auf Englisch gab, war auch noch falsch, dass nämlich der See stellenweise 500 Meter tief sei – auf dem Schild hatten wir etwas anderes gelesen. Er hatte offensichtlich nicht viel Ahnung und nur seinen spanischen Text auswendig gelernt. Immerhin haben wir gesehen, dass wir durch eine beeindruckende Lavalandschaft fuhren. Und überhaupt: Die Fahrt auf dem Boot bei herrlichem Wetter hat Spaß gemacht. Zum Schluss fuhren wir dann auf ihn zu, den schneebedeckten Volcán Lanín. Er überragte mit seinen 3776 Meter alle anderen Erhebungen, und obwohl seine Spitze zunächst noch von einer Wolke verdeckt wurde, konnten wir ihn später in seiner ganzen Pracht bewundern.
- Netter Captain
- Volcán Lanín
- Höher und ein bisschen mehr nach rechts, bitte!
Gegen 15:30 Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Zurück durch die Araukarien- und Raulíwälder, über Brücken, die in Deutschland wegen akuter Sicherheitsmängel von keinem Auto hätten befahren werden dürfen – mir war manchmal ganz schön mulmig! – auf einer Schotterpiste durch die nordpatagonische Schweiz, den Volcán Lanín im Rücken und beschwingende Gitarrenmucke von Peter Horton und Sigi Schwab aus den Boxen in den Ohren. Kein Roadmovie könnte das toppen.
- Oh, diese Brücken!
- Pehuén-Bäume














































