Vorm Auschecken haben wir die gute Internet-Verbindung genutzt, um unseren Blog auf den neuesten Stand zu bringen, vor allem Bilder hochzuladen. San Martín hat uns gefallen, hier kann man gut auch länger Urlaub machen. Vor allem ist bis halb neun abends Sonne am Strand. Wären wir gestern nicht zu spät dran gewesen, hätten wir auf jeden Fall im Lácar See gebadet. Heute, vor der Weiterfahrt, hatten wir keine Lust. Wir kauften noch Wasser und etwas Obst ein, und dann – kamen wir am Ché-Guevara-Museum vorbei.
- Hasta la victoria siempre
Das mussten wir denn doch angucken. Viele schöne Fotos vom jungen Ché auf großen Tafeln und dazu Briefe von ihm an seine Kinder und Eltern. Und Tagebucheintragungen, die er während seiner Reise durch Argentinien und besonders natürlich während seiner Station in San Martín notiert hat. Er mochte dieses Stück Erde offensichtlich, auch wenn er nach der Befreiung der Menschheit am liebsten mit seinen Söhnen auf den Mond wollte – zum Ärger seiner Tochter wollte er nur seine Söhne mitnehmen, dieser Macho! – . Naja, und nach allem, was wir inzwischen so wissen, pflastert so manche Leiche seinen revolutionären Weg, was meinen Sinn für Revolutionsromantik jeglicher Art in den letzten Jahren erheblich gedämpft hat. Trotzdem nett, dass hier seiner guten Taten gedacht und daran erinnert wird, dass der Kampf um ein menschenwürdiges Dasein auf dieser Erde weitergeht. Dann endlich kamen wir los. Wir sind an den Lago Tromen gefahren, vor allem, um den Volcán Lanín von noch näher dran, von Norden aus, zu sehen. Zu Dieters großen Enttäuschung war die Spitze heute immer hinter einer Wolke verborgen.
- Fenster hoch! Es staubt!
Die letzten 20 Kilometer ging es wieder eine Schotterpiste entlang. Den Weg zum See runter sind wir zu Fuß gegangen. An den Bäumen standen Schilder, um was für eine Spezie es sich handelte, richtig super!
- Pehuén oder Araukarien
Nach etwa drei Kilometern kroch uns ein verführerischer Duft von argentinischem Steak in die Nase, und wir dachten schon, dass wir hier etwas zu essen bekämen. Nein, es war nur ein Grillplatz, der von Argentiniern und Chilenen als Wochenendausflugsziel genutzt wurde. Wir holten unsere Äpfel und Apfelsinen raus und dann: haben wir tatsächlich gebadet. Kristallklares, kaltes, weiches Wasser, höchstens 18 Grad. Allmählich stellte sich ein Gefühl von Urlaub und Entspannung ein.
- Sie gaben uns nichts ab
- Frisch war’s…
- im Lago…
- Tromen
Gegen halb vier ging es weiter, wieder zurück die 20 Kilometer Schotterpiste, dann ein größeres Stück asphaltierte Straße, bis zur Kreuzung nach Aluminé. Aber was war das? Oh je! Oh Graus! Die ganze Route Nacional 23 hoch nach Aluminé war schlecht ausgebaut, staubig, holprig und mit der Bezeichnung Straße falsch beschrieben. 50 Kilometer ging es durch menschenleeres, raues, hügeliges Land. Würde unser alter Chevi das wuppen? Nur selten markierten ein paar Spitzpappeln ein sich nahendes Gehöft oder eine Mapuche-Siedlung. Wir fuhren immer am Fluss entlang, dem Río Aluminé, und ab und zu sahen wir Angler auf einem Campingstuhl ihrem ruhigen Hobby nachgehen.
- Río Aluminé
- Weites…
- Land
Erst um 19 Uhr kamen wir an unserer Herberge an. Ein Paradies nach dreieinhalbstündiger Fahrt über Holperpisten. Marisa und Daniel betreiben diese Casa de Campo und erwarteten uns schon.1999 haben sie das Grundstück mit einem alten Bauernhof erworben und ihr Projekt gestartet. Für sich und ihre zwei Töchter, jetzt 21 und 23 Jahre alt, haben sie ein schickes Wohnhaus errichtet, der alte Bauernhof wurde zur gastlichen Wohn- und Essstube für Gäste ausgebaut – Marisa kocht und im Winter malt sie – und vier bis fünf Ferienunterkünfte, komfortabel und modern eingerichtet, können im Sommer vermietet werden.
- Casa de Campo
- Wein der Region: 18 Euro
Auch hier säumen Säulenpappeln das Grundstück, rauschen angenehm im Wind und spenden Schatten. Man genießt eine spektakuläre Aussicht auf die umgebende Landschaft. Wir waren hungrig und nach einer Runde Duschen und Ausruhen servierte uns Marisa ein königliches Menü. Die lange Fahrt hierher hatte sich schon mal gelohnt.




























































