Heute war der Stadtpalastkomplex von Udaipur dran. Wir nahmen uns ‘nen Audio-Guide, so dass wir zusammen und mit Hintergrundinformationen berieselt durch die Paläste ziehen konnten. Und wieder gab es kunstvoll gestaltete Höfe, Gärten, Wohnbereiche, Gitterfenster, Bassins, Balkone, Säulengänge, Kacheln, Pfauen-Mosaike, Gemälde, Kostüme, Senften … vom Beginn der Stadtgründung durch Udai Singh II. in der Mitte des 16. Jahrhunderts bis heute.
Einmal mehr wurde deutlich, wie hartnäckig die Mewaren – so nannten sich die Bewohner dieses Teils von Rajasthan – um ihre Eigenständigkeit gekämpft hatten, erst gegen die muslimischen Moguln, dann gegen die Marathen. Witzig war ein Gemälde, auf dem der Maharani auf seinem Schimmel gegen die Moguln ins Feld zog und Chittor, sein Pferd, zur Tarnung einen Elefantenrüssel trug. Die gegnerischen Elefanten griffen den Herrscher nicht an, weil sie ihn und sein Reittier als kleinen Elefanten wahrnahmen.
- Elefantenpferd
An eine üble Geschichte aus dem 19. Jahrhundert wurde erinnert. Der Maharani hatte sich missverständlich ausgedrückt und seine überaus schöne Tochter sowohl dem Prinzen von Jaipur als auch dem Prinzen von Jodhpur als Gemahlin in Aussicht gestellt. Beide zukünftigen Bräutigame trafen in freudiger Hochzeitserwartung mit ihrem Hofstaat ein. Um Krieg zu vermeiden, ließ der verzweifelte Vater seine Tochter vergiften. Dreimal überlebte die Arme den Anschlag. Erst nach einer Überdosis Opium sei sie nicht mehr aufgewacht. Die heiße Mittagszeit verbrachten wir in unserer schönen Suite. Da heute unser letzter Tag in Udaipur sein würde, hatten wir am gegenüber liegenden Ufer in einem einladenden Restaurant direkt am See einen Tisch zum Dinner bestellt. Auf dem Weg dorthin fing es plötzlich an zu regnen. Potzblitz, das hatten wir schon seit Nepal nicht mehr! Wir mussten uns unterstellen. Über eine Stunde schüttete es, Gewitter und Stromausfall inklusive. Immer wieder ging das Licht aus im schönen Udaipur auf der anderen Seite des Sees.
- Noch ein Roof-Top
- Kurz vorm Regen
- Frühstücksblick
Wir kehrten irgendwann um und verbrachten den Rest des Abends lieber auf unserer Hotelterrasse. Wir aßen unser erstes nicht-vegetarisches Essen seit Wochen: Chicken Mughlai und Chicken Kaschmiri. Beides super lecker.



















